Sommerwanderfahrt 2009 der Freizeitgruppe: von Prag nach Dresden
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Im
August hat es uns in den Osten verschlagen. Die diesjährige Sommerwanderfahrt
sollte uns über Moldau und Elbe von Prag nach Dresden führen. Die Anfahrt im
Bus gestaltete sich lang aber reibungslos, unser erstes Ziel war das Hotel
Bohemia direkt an der Moldau. Im benachbarten Ruderverein konnten der Eisbär
und Tschudin lagern, während wir uns einen Tag Zeit für die Erkundung der
Stadt nehmen konnten. Wir, das sind in alphabetischer Reihenfolge Bärbel,
Frank K., Frank P., Holger, Matthias, Michael, Michi, Nicole und Tim.
Den
ersten Abend verbrachten wir immerhin schon mal auf einem Boot, allerdings
vorerst in der gemütlichen Variante beim Essen im Restaurant eines „Bootels“
am Moldauufer. Leckeres Essen und sehr ein schöner Blick auf den Fluss, der
uns die nächsten Tage nach Dresden begleiten sollte. Der folgende Tag stand
uns für eine Stadtbesichtigung zur Verfügung. Reiseleiter Tim hatte keine
Kosten und Mühen gescheut und eine waschechte Prager Professorin für eine
Stadtführung engagiert. Ein Teil der Truppe hat von diesem Angebot Gebrauch
gemacht, während andere es vorzogen, die Stadt auf eigene Faust zu erkunden.
Prag ist natürlich in jeder Hinsicht sehenswert und der Tag war mit
Spaziergängen zur Burg und durch die Altstadt, dem Stöbern in Souvenirläden
und Absinthgeschäften sowie kleinen und großen Kaffeepausen gut gefüllt. Für
den Abend hatte die Frau Professorin den Besuch der Brauerei Staropramen
vorgeschlagen. Hier konnten wir nicht nur das gute Prager Bier probieren,
sondern uns auch noch gepflegt die Bäuche vollschlagen mit deftigem
böhmischen Essen – bekanntlich sollte man sich ja vor einer Wanderfahrt
ohnehin noch einmal ordentlich stärken. Am Montagmorgen startete unsere Tour
über die Moldau – natürlich erstmal durch Prag und unter der
Die
erste Etappe führte uns nach Melnik, wo wir recht spät am Abend eintrafen.
Die Etappe war sehr lang, und die vielen Schleusen haben viel Zeit (und
Strömung) gekostet. Die Moldau entpuppte sich aus diesem Grund als äußerst
„langsamer“ Fluss und bis zur Grenze sollte das auch so weitergehen. Aber wir
haben uns ja auch eine ganze Woche Zeit genommen. Recht abenteuerlich ist
auch der kilometerlange schmale Schleusenkanal auf der Etappe. Den zu
befahren ist nur dann ungefährlich, wenn man keinen Gegenverkehr in der Kurve
hat, aber das wäre den Damen im Eisbär viel zu langweilig gewesen. Die letzte
Schleuse war die Endstation. Da die bereits geschlossen war, haben wir unsere
Boote am Ufer gelagert und fuhren die letzten Kilometer zum Ruderclub mit dem
Bus. Der Abend wurde noch sehr abenteuerlich. Schon während des Abendessens
fegte ein kräftiger Wind über die Terrasse des Restaurants und auf dem
Rückweg versperrten uns zwei umgeknickte Bäume den Weg zum Ruderclub: Echter
Sturm zum Auftakt des Wanderfahrt! Am nächsten morgen sahen wir erst, dass
entlang des Ufers einige Bäume ebenfalls umgeknickt waren. Auch unsere Boote
waren vom Sturm über den Deich geschoben worden. Glücklicherweise waren die
Boote nur leicht beschädigt, so dass wir unsere Fahrt bei inzwischen wieder
perfektem Ruderwetter fortsetzen konnten. Kurz hinter Melnik mündet die
Moldau in die „Labe“, wie die Tschechen unsere Elbe nennen, was aber nichts
an den häufigen Schleusungen ändert und demzufolge auch nicht an der
Strömung, die auch hier keine besondere Hilfe ist.
Die
folgende Etappe endete in Litomerice. Der Ruderclub kann mit einem Traum von
Clubhaus aufwarten, sowohl was die Lage und Aussicht über die Labe betrifft,
als auch die Gästezimmer des Clubs. Am Abend ist unser Grill erstmals zum
Einsatz gekommen und nach einem kleinen Fressgelage endete die Runde am Ufer
mit Sternegucken, was bei der Männer/Frauen Ratio durchaus romantisch hätte
werden können, wenn Harem-Holger nicht alle Damen für sich allein beansprucht
und sich für die Nacht im Frauenzimmer einquartiert hätte. (Dem beunruhigten
Leser dieser Zeilen sei an dieser Stelle mitgeteilt, dass dies natürlich in
keinerlei Hinsicht zum Sitten- und Moralverfall in der Freizeitgruppe geführt
hat, sondern lediglich zur Ernennung Holgers zum „Mädchen ehrenhalber“!). Unser
Ziel an diesem Tag war Decin. Da es in dieser Stadt keinen Ruderclub gibt,
haben wir im Hotel übernachtet. Einer unserer Mitreisenden war bei der
Ankunft derart ausgehungert, dass er sich sofort über das Betthupferl im
Hotelzimmer hermachte. Nach einem beherzten Biss stellte sich allerdings
heraus, dass es sich keineswegs um eine leckere tschechische Nascherei
handelt, sondern um Seife. Wer lesen kann, ist klar im Vorteil! Nach einem
Bad im Swimmingpool machten wir uns auf den Weg in die Stadt und auf die
Suche nach einem Restaurant. Hier stellte sich mal wieder heraus, dass es
manchmal durchaus lohnenswert ist, trotz des quälenden Hungers nicht gleich
das erstbeste Restaurant zu stürmen, sondern länger nach einer geeigneten
Futterstelle zu suchen. Ergebnis war ein italienischer Abend, mit dem wohl
jeder mehr als zufrieden war. Am
nächsten Tag überquerten wir die Grenze und durchquerten das
Elbsandsteingebirge, was uns einige grandiose Ansichten bescherte. Um auch
einmal die Perspektive zu wechseln, stiegen wir am Nachmittag auf die Feste
Königstein und betrachteten die Elbe und die schöne Landschaft von oben.
Das
hat natürlich etwas Zeit gekostet und entsprechend spät erreichten wir die
Endstation der Etappe, Pirna. Hier konnten wir allerdings auf die Suche nach einem
Restaurant verzichten, denn im Bootshaus gab es ein Restaurant mit einer sehr
zuvorkommenden Wirtin, die für uns ihren Feierabend um einiges nach hinten
verschoben hatte. Am nächsten Morgen stand sie in der Früh wieder in der
Küche um für uns und „Onkel Herbert“ das Frühstücksbuffet mit allem Zipp und
Zapp zu richten. Onkel Herbert ist übrigens, für alle, die ihn nicht
persönlich kennen, der Name des Vierers mit den jungen Herren aus Marburg,
die uns während der gesamten Wanderfahrt immer wieder begegneten. Am
letzten Rudertag hat die Elbe uns mit einem ordentlichen Schub vorangebracht
und wir waren schon mittags pünktlich zum einsetzenden Regenschauer an
unserem Ziel: Dresden. Den Nachmittag verbrachten wir am Schloss Pillnitz und
am Abend kam wieder der Grill zum Einsatz. Während anschliessend ein Teil der
Truppe die Stadt unischer machte, vertrieben sich einige die Zeit damit, ihre
erschöpften Mitreisenden am Schlafen zu hindern. Die konnten allerdings recht
bald mit ein paar Flaschen Bier und einem Kartenspiel ruhiggestellt werden.
Der letzte Tag unserer Reise war „Elbflorenz“ gewidmet. Nach einem
gemeinsamen Besuch einer informativen Andacht in der Frauenkirche führten uns
Freunde von Michi noch durch die Stadt: Zwinger, Semperoper und Hofkirche haben
wohl niemanden unbeeindruckt gelassen und diese Eindrücke wurden am späten
Nachmittag in einem Biergarten am Ufer der Elbe verarbeitet, in dem wir uns
die Wartezeit bis zum gemeinsamen Abendessen in der Stadt vertrieben.
Geselliger Ausklang der Reise war das mexikanische Essen und ein Spaziergang
durch die nächtliche Neustadt, die so neu eigentlich gar nicht aussah und als
waschechtes Szenenviertel einige hübsche Hinterhofkneipen zu bieten hatte.
Statt in einer Hinterhofkneipe fanden wir uns allerdings in einer Shishabar
wieder und nachdem die Vorsichtigen unter uns ihre Skepsis überwunden hatten,
sorgte eine charmante Bauchtänzerin für leichte Unruhe bei einigen unserer
Mitreisenden. Tim hat sich nicht lumpen lassen und nicht nur seinen geballten
Charme entfaltet sondern auch mit der Dame eine flotte Sohle auf den
Perserteppich gelegt. Die Unermüdlichen stöberten zum Abschluss noch einen
der stickigsten und heissesten Clubs auf, die Dresden zu bieten hat und
verbrachten den Rest der Nacht verschwitzt, aber sehr glücklich auf der
Tanzfläche. Schön wars! Nicole
Tieben
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